Unfallgefahren im Betriebspraktikum sicher beherrschen.

oder: Verlassen sie das Gebäude BEVOR sie es posten. (siehe Textteil)

Regierungspräsidium Gießen informiert zum Thema „Arbeitsschutz im Betriebspraktikum“

 

Nach den Osterferien beginnt für viele wieder die Zeit der Betriebspraktika. Arbeitsschutzexperte Günter Foth vom Regierungspräsidium Gießen informierte am Freitag (07.02.) rund  100 Schülerinnen und Schüler der Leo Sternberg Schule in Limburg über den Arbeitsschutz im Betriebspraktikum. Abseits der Schule gibt es einiges zu beachten, damit die Schüler nicht nur einen spannenden und interessanten, sondern auch einen sicheren und gesunden Einblick in die Arbeitswelt bekommen.

Günter Foth erklärte: „ Für viele ist Arbeitsschutz ein lästiges Thema, aber letztlich geht es darum, die Gesundheit des einzelnen zu schützen.“ Dazu gehören auch Regelungen über die Arbeitszeit, denn für jugendliche Arbeitnehmer, zu denen die Praktikanten auch gehören, gelten strengere Vorschriften: Schülerinnen und Schüler, die das fünfzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen täglich höchstens sieben Stunden arbeiten (35 Std./Woche). Für die älteren Schulpraktikanten gilt ein Acht- Stunden Tag (40 Std./Woche). Auch die verschiedenen Pausenregelungen wurden angesprochen. Bei Arbeitszeiten von mehr als 4 ½ Stunden müssen die Pausen insgesamt 30 Minuten dauern. Wird mehr als 6 Stunden gearbeitet, betragen die Pausen insgesamt mindestens 60 Minuten. Keine Pause darf kürzer als 15 Minuten sein.

In vielen Betrieben ist eine besondere Arbeitsbekleidung vorgeschrieben. Schüler und Eltern sollten sich schon vor Beginn des Praktikums informieren, welche Kleidung für den Betrieb gefordert wird. So ist z. B. für ein Praktikum in einem metallverarbeitenden Betrieb darauf zu achten, dass festes Schuhwerk, eng anliegende Kleidung und keine losen Bänder oder Gürtel getragen werden. Wenn in einem Betrieb Sicherheitsschuhe gefordert werden, stellt der Betrieb diese zur Verfügung. Auch Augen- und Gehörschutz, die sogenannte persönliche Schutzausrüstung werden vom Betrieb gestellt.

Handys oder Smartphone sollten die Praktikanten dafür am besten zu Hause lassen oder im Betrieb an einem geeigneten Ort ablegen. Das macht nicht nur einen besseren Eindruck: Gerade Berufsneulinge werden durch die Benutzung von Handys abgelenkt und es kommt nicht  -zu vermeidbaren- Unfällen. Sollte das Handy doch mitgeführt werden gab Herr Foth augenzwinkernd noch folgenden Tipp „Im Falle eines Brandes: Verlassen Sie das Gebäude BEVOR Sie es posten“!

Am ersten Praktikumstag muss der Betrieb eine Unterweisung für den Praktikanten durchführen. Hierbei werden dann besondere Gefahren, die im Betrieb auftreten können besprochen. Hier ist als Beispiel der Staplerverkehr im Betrieb genannt. Aber auch allgemeine übliche Verhaltensweisen wie der Umgang mit der persönlichen Schutzausrüstung oder Verhaltensweise bei Feuer in dem Betrieb werden den Jugendlichen erklärt.

Danach stellte der Experte noch die Gefahrenkennzeichnungen in den Betrieben vor, mit denen auf die verschiedenen Gefahrenpunkte und Verhaltensweisen aufmerksam gemacht wird. Bevor ein Praktikant mit Stoffen arbeitet, die mit Gefahrensymbolen gekennzeichnet sind, soll er sich bei seinen betrieblichen Ansprechpartner über die Gefahren informieren, welche von diesem Stoff ausgehen können. Hier wurden als Beispiel verschiedene Reinigungsmittel genannt.

Eltern und Schüler können sich bei weiteren Fragen an die Dezernate für Arbeitsschutz beim Regierungspräsidium Gießen wenden. Der Vortrag wird auch für andere Schulen im Landkreis Limburg-Weilburg und dem Lahn-Dill-Kreis auf Anfrage angeboten. Ansprechpartner ist Herr Günter Foth, Tel. 06433 – 8664.